Freie Bahn für Igel, Eichhörnchen & Co. im Kanton Zug

Der Siedlungsraum bietet Wildtieren in durchgrünten Wohnquartieren und Grünflächen geeigneten Lebensraum, stellt Igel & Co. aber auch vor Schwierigkeiten: Fehlende Grünkorridore und Barrieren wie Mauern, Zäune und Treppen erschweren oder versperren ihnen den Zugang zu geeigneten urbanen Lebensräumen.

Zu Umwegen gezwungen, halten sich Wildtiere länger in gefährlichen Bereichen wie Strassen auf und verlieren wertvolle Zeit für die Nahrungssuche.  Um diesen Problemen entgegenzuwirken, wird im Projekt «Freie Bahn für Igel, Eichhörnchen & Co.» die Zuger Bevölkerung aufgerufen, die Siedlungsgebiete für Wildtiere besser zu vernetzen und im Citizen Science Projekt mitzuhelfen, um Barrieren, Kleinstrukturen, Durchgänge und Umwege zu kartieren. 

Es gibt mehrere Möglichkeiten am Projekt mitzumachen. 

Mut zur Lücke: eine kleine Lücke im Zaun ermöglicht den Zutritt für kleine Wildtiere wie Igel.
Citizen Science: Aktive Mitarbeit bei den Kartierungen

Mit der Hilfe von Freiwilligen werden wir Hindernisse wie Mauern und undurchgängige Zäune für Igel in den Zuger Gemeinden kartieren. Ausserdem suchen wir Igelwege durchs Quartier und markieren Durchgänge mit Plaketten. Mit Hilfe der Kartierungen wollen wir die Probleme für Igel und Eichhörnchen in unseren Wohnquartieren erforschen und aufzeigen, was man dagegen unternehmen kann.

Möchten Sie Ihre Gemeinde aus der Sicht der Igel sehen und mithelfen, die Quartiere freundlicher für Igel und andere kleine Wildtiere zu gestalten? Es sind keine Vorkenntnisse nötig, um mitzumachen. Der Zeitpunkt des Einsatzes und die Anzahl Stunden, die aufgewendet werden, können zwischen Mai und August frei gewählt werden. Wir empfehlen, mindestens 4-5 Einsätze à 1 Stunde von Mai bis August zu planen. Alle Infos zum Freiwilligenprojekt erhalten Sie am Informationsanlass am Mittwoch, 11. Mai 2022 um 19.00 Uhr in Cham (Anmeldung erforderlich) oder unter zug@wildenachbarn.ch

Melden Sie sich bei uns, um im Projekt «Freie Bahn für Igel, Eichhörnchen & Co.» mitzuhelfen.

Igel-Durchgänge schaffen

Igel brauchen Durchgänge von rund 13 x 13 cm, um in einen Garten zu gelangen. Mauern und Stufen, die höher als 30 cm sind, können für Igel zum unüberwindbaren Hindernis werden. Wir können Igeln das Leben leichter machen, indem wir solche Hindernisse z.B. im eigenen Garten beseitigen, indem wir etwa Durchgänge in Gartenzäune und durch Mauern schaffen. Oder wir können Nachbarn dazu anregen, ihre Gärten für Igel zugänglich zu machen.

Hier finden Sie verschiedene Typen von Durchgängen. 

Ein Loch in einem Maschendrahtzaun kann sehr ordentlich aussehen. Dank des Durchgangs ist die Grünfläche auch für kleine Wildtiere zugänglich.
Igel-Durchgänge melden

Haben Sie einen Durchgang oder Durchschlupf entdeckt, der von Igeln genutzt werden könnte? Melden Sie Ihre Beobachtung! Wir sind interessiert zu erfahren, wie durchgängig die einzelnen Gemeinden vom Kanton Zug für kleine Wildtiere sind. Wo haben es die Igel am einfachsten und wo müssen Igel Umwege zurücklegen, um eine geeignete Wiese für die Futtersuche oder für ein Jungennest zu finden?

Markieren Sie einen Durchgang mit unserer "Igeldurchgang-Plakette", um diese oft unscheinbaren Durchschlüpfe sichtbar zu machen. Falls sich der Durchgang nicht in ihrem eigenen Garten befindet, klären Sie beim Grundstückbesitzer oder der Verwaltung ab, ob Sie die Plakette montieren dürfen. Plaketten können bei uns bestellt werden.

Holz- oder Metalltunnel können als Durchgang in einem Zaun platziert werden, um Igeln den Zugang zum Garten zu ermöglichen, während Katzen solche Ecktunnel nicht nutzen werden. Für weitere Informationen zu diesen Tunnel kontaktieren sie uns.

--> Galerie der bereits gemeldeten Durchgänge

Holztunnel, wo Tiere ums Eck gehen müssen, werden von Igeln gerne als Durchgang benutzt, von Katzen gemieden.
Finanzierung

Das Projekt "Freie Bahn für Igel, Eichhörnchen & Co." wird von den nachfolgenden Organisationen unterstützt:

  • Trägerorganisationen von Wilde Nachbarn Zug
  • Sophie und Karl Binding Stiftung
  • Alice & Walter Bossard Stiftung

Artporträt

Erinaceus sp.
Sciurus vulgaris