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Igel - Tier des Jahres 2026

, Sandra Gloor
Der Igel wurde von Pro Natura Schweiz zum Tier des Jahres 2026 gekürt. Der Igel ist uns allen bekannt: unser dämmerungs- und nachaktiver Nachbar, unverkennbar durch sein Stachelkleid, ein Kulturfolger, der unter Druck gerät, wenn bei der Verdichtung der Siedlungsgebiete nicht auf die ökologische Qualität geachtet wird.

Auf seinen nächtlichen Streifzügen, die mehrere Kilometern lang sein können, sucht er nach Nahrung. Der Igel ernährt sich hauptsächlich von tierischer Kost, vor allem von Insekten wie Käfer und Raupen, aber auch von Regenwürmern. Er kommt heute in erster Linie im Siedlungsgebiet vor und schätzt strukturreiche Gärten, die ihm Unterschlupf und Nahrung bieten. 

Igel unter Druck

Durch den zunehmenden Druck der Siedlungsverdichtung können wertvolle Grünflächen für den Igel verloren gehen, wodurch sein Lebensraum beeinträchtigt wird. Weiter trifft der Igel im Siedlungsgebiet auf viele Hindernisse und Fallen wie beispielsweise Mauern und Zäune, die die Vernetzung seines Lebensraums erschweren. Die Entwicklung des Igelbestands in den letzten Jahren ist besorgniserregend: Seit 2022 befindet sich der Igel auf der Roten Liste der Schweiz und gilt als «potenziell gefährdet». 

Naturnahe Bereiche können auf jedem Grünareal eingerichtet werden: Laub- und Asthaufen, Dickicht, in welchem sich kleine Wildtiere verstecken können und Durchgänge in Zäunen und Mauern.
Freie Bahn für Igel & Co

Die Projekte StadtWildTiere und Wilde Nachbarn haben sich in den letzten Jahren intensiv mit Igeln befasst und führten verschiedene Aktionen zur Förderung durch. Gerade in den letzten zwei Jahren, 2025 und 2024, wurde das Projekt «Freie Bahn für Igel & Co.» durchgeführt, mit dem Ziel, die Vernetzung im Siedlungsraum in der ganzen Schweiz zu fördern. 

In den Regionen Basel-Stadt und Basel-Landschaft, in der Stadt Zürich, im Thurgau und der Region Zimmerberg fanden Citizen Science-Projekte statt, in welchen neue Durchgänge für Igel und andere kleine Wildtiere geschaffen wurden. Anschliessend wurden sie mit Wildtierkameras überwacht, um zu prüfen, wie lange es dauert, bis die Durchgänge genutzt werden. 

Mauern und Zäune bilden oft unüberwindbare Hindernisse und verwehren den Zugang zu geeigneten Lebensräumen.
Neu geschaffene Durchgänge nach kurzer Zeit genutzt

Die Untersuchungen mit den Wildtierkameras zeigten: Igel und andere Wildtiere entdecken neue Vernetzungswege erstaunlich schnell, denn schon nach durchschnittlich 4 Tagen wurden die Durchgänge benutzt! 

Hier finden Sie Informationen zu den "Freie Bahn für Igel & Co."-Projekten in den vier Projektregionen 2025:
in der Region Basel
im Kanton Thurgau
in der Region Zimmerberg 
in der Stadt Zürich

Der Igel nutzt eine Lücke in einem Zaun.
Durchgänge in Zäunen und Mauern schaffen

Der Igel braucht Ihre Unterstützung. Helfen Sie bei der Vernetzung seines Lebensraums mit, in dem Sie neue Durchgänge schaffen. So können wir gemeinsam dem Igel helfen, Barrieren und Hindernisse im Siedlungsraum zu überwinden. Zur Markierung der neu gemachten Durchgänge gibt es bei uns im Shop die Igeldurchgangsplaketten zu kaufen. Diese helfen sicherzustellen, dass die Durchgänge auch als solche erkannt werden. 

Durchgang in einem Holzlattenzaun. Die Igel-Durchgang-Plaketten können in unserem Shop gekauft werden.
Mit einer Zange kann in einem Drahtzaun leicht ein Durchgang geschaffen werden, die Drähte müssen so gebogen werden, dass sich kein Tier verletzen können.

Artporträt

Erinaceus europaeus